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 | Euro Sound War |
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Nachbericht
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Böse Zungen würden behaupten, der Clash habe erst am Ende der 2. Runde begonnen, als Gramigna zum zweiten Mal an der Reihe waren. Diese 20 Minuten hatten ALLES was ein Clash braucht. Ein Einstieg von 0 auf 100 mit einer direkten Attacke auf Soundquake, gefolgt von 3 Sleng Tengs (u.a. Johnny Osbourne). Danach Hit auf Hit, in einem Tempo, dass kein Reporter der Welt die Titel der Dubs mitschreiben kann. Hängen geblieben sind Richie Spice mit „Earth a run red“ auf dem Far East und “Serious Times” auf dem Freedom Blues (wobei nicht klar zu erkennen war, ob alle 3 Artists der Original-Combination dabei waren.) Custommades, Special auf Special. Dazwischen Attacken auf Freddy inklusive Witze über seinen Rauswurf bei Killamanjaro. Und nicht zu vergessen: Mit Brusco den charmantesten MC von allen. Doch der Reihenfolge nach: Nach dem üblichen Warmup von Deebuzz wurde pünktlich um 12.00 h gelost, was die Reihenfolge Immortal, Soundquake, Freddy Krueger und Gramigna ergab. Die erste Runde startete recht verhalten aber ordentlich ohne große Highlights, abgesehen von der akrobatischen Einlage Freddys, der einige Tunes auf dem Tisch stehend selectete. Die zweite Runde begannen Immortal recht viel versprechend mit einigen Klassikern von u.a. King Kong und Lone Ranger, denen dann ein großer Durchhänger folgte, während dem es die Briten nicht schafften, den Vibe aufs Publikum überspringen zu lassen. Einzig und allein ein Custommade von Eek-A-Mouse gegen Soundquake konnte begeistern. Soundquake eröffneten mit der Ansage „Immortal, thanks for coming and goodbye“. Es folgte ein Set mit Highlights wie „Here I come“ von Barrington Levy und „54-46“ von den Maytals, einigen Custommades und einigen schwächeren Stücken. Konnten Ihre Dubs überwiegend überzeugen, tat sich die Massive mit Bimma als MC zunächst eher schwer. Freddy begann mit Tanya Stephens („It’s a pity, Freddy come fi take a few lives“), an der Freddy in dieser Runde hörbar einen Narren gefressen hatte. Daneben gab es einiges was recht ordentlich aber nicht herausragend war. Freddy beendete die Runde mit einigen langsameren Foundation Dubs. Nach dem bereits erwähnten phänomenalen Set von Gramigna war dann zum ersten Mal „Elimination Time“ per Handzeichen angesagt. Das Ergebnis: 1. Gramigna 2. Soundquake 3. Freddy Krueger 4. Immortal, wobei der große Abstand in den Publikumsreaktionen zwischen Soundquake und Freddy war. Die eigentliche Eliminierung war sehr knapp. Anzumerken ist, dass Soundquake diese Runde vielleicht nur wegen des Heimvorteils und der mitgereisten Anhänger überlebt hatten, qualitativ war der Unterschied ihres Auftritts zu Freddy eher klein. Nachdem Immortal draußen waren, durften Soundquake anfangen, die der vorangegangene Auftritt Gramignas offensichtlich wachgerüttelt hatte. Plötzlich war Feuer in der Halle. Bimma hatte das Publikum voll im Griff und die Selektion konnte sich sehen lassen. Von Gentleman über einen sehr hardcorelastigen Mittelteil zu einer ordentlichen Foundation-Runde mit Culture („See dem a come“), dem Far East Riddim, „One Step Forward“ von Max Romeo und dem wohl unvermeidlichen „Ganja Smuggling“ von Eek-A-Mouse. Freddy hatte sich danach offensichtlich schon damit abgefunden, dass er als nächstes nach Hause fahren würde, seine 3. Runde erinnerte eher an ein Juggling als an einen Clash, wobei er sich kaum mehr Mühe gab, auf das Publikum einzugehen. Gramigna brauchten sich danach nicht mehr ganz so anzustrengen, um ins Dub fi Dub einzuziehen. Ihr Set war nicht so spektakulär wie in Runde zwei, konnte aber gut mit Soundquake mithalten, zumal Brusco zu Recht betonte „It’s all about the big names“, die es dann auch mit Bounty, Shabba und vielen Sizzlas reichhaltig gab, abgeschlossen wurde mit einer Eek-A-Mouse Counteraction gegen Soundquake. So überraschte es niemand, dass Freddy nach dieser Runde gehen musste, einzig und allein die Belegung der Plätze 1 und 2 war spannend, wobei wieder Gramigna das Rennen machten, allerdings nur noch mit einem hauchdünnen Vorsprung, die umgekehrte Reihenfolge wäre hier sicher genauso in Ordnung gegangen. Im Dub fi Dub zeigten dann Gramigna überraschend große Schwächen, die aber Soundquake nicht richtig ausnutzen konnten. Hochklassig wäre anders gewesen, wobei die großen Patzer sich mit 1:1 die Wage hielten: Soundquake kündigten als 6. Stück groß eine Mikey General/Luciano Combination an, die erstens schwach und zweitens alles andere als Foundation war, Gramigna spielten ihren 7. Tune so kurz, dass weder Artist, Riddim, noch Text zu erkennen waren. (Wobei sie immerhin Bimmas hartnäckige Aufforderung, den Tune noch mal zu spielen tapfer ignorierten) Herausragend bei Soundquake: Maytals “Monkey man”, Keith and Tex “Stop that train” und Dobby Dobson “Seems to me I’m loving you”. Gramigna punktete dagegen mit Ini Kamoze “World a reggae” und Mighty Diamonds “Pass the trophy”. Insgesamt gingen im Finale 5 Dubs klar an Soundquake, 3 klar an Gramigna und 2 waren etwa ausgeglichen, was die Endanstimmung noch einmal spannend machte. Wohl auf Grund des besseren Gesamteindrucks ging der Sieg dann deutlich an Gramigna, obwohl Soundquake zu diesem Zeitpunkt auch noch einen ordentlichen Teil des Publikums hinter sich hatten. Insgesamt kein großer, aber stellenweise sehr unterhaltsamer Abend. Anzumerken bleibt noch, dass 26 € Eintritt nicht gerade wenig ist für einen Clash ohne ganz große Namen und 25 Minuten pro Sound in Runde 3 die Bezeichnung Zeitschinderei verdienen. (jens)
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