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Nicetime International vs. Rainbow Warrior

Nachbericht

„Clash Dance“ lautete das Konzept von Franken-Reggae, das es am 12.05. 2006 zum ersten Mal erfolgreich in die Tat umzusetzen galt.
Die Verbindung von Clash und Dancehall-Party sah nach einem Warm up-Juggling des Residentsounds jeweils zwei mal 30 Minuten regular Tunes (und Dubplates nach eigenem Ermessen) und zwei mal 15 Minuten strictly Dubplates der Kontrahenten vor.
Gegen einander an traten Nicetime International aus München und der Wuppertaler Resident des U-Clubs Rainbow Warrior.
Pünktlich um 0:30 Uhr startete der Krieg, bei dem durch Münzwurf entschieden wurde, dass die Bayern in jeder Runde die Ersten sein sollten.
Nicetime, angetreten mit einem neuen DJ, legten sofort mit einigen Dubplates u.a. von Marcia Griffith („You’re gonna die die die“) und Dawn Penn („ No, no, no“) los, die allerdings auf Grund ihrer Häufigkeit in den Dubplate-Boxen vieler Sounds nicht wirklich Ratings verdienten. Klassiker wie Anthony Bs „Police“ oder Capletons „Jah Jah City“ begeisterten, aber überraschten nicht wirklich.
Rainbow Warrior dagegen hielt sich eher an Regulars und machte der Massive mit einem Dancehall-Brett mächtig Feuer unterm Hintern.
Auch in der zweiten Runde hatten die Wuppertaler auf Grund ihrer härteren Speeches gegen „Scheißtime“ und Nicetimes Konzeptionslosigkeit bei der Tune-Auswahl die Nase ein Stückchen vorne.
Zwei schweißgebadete und getorchte Stunden später ging’s ans Eingemachte, als die Dubplates ausgepackt wurden.
Nicetime präsentierte vor allem ältere Specials , die leider nur selten durch kreative Texte beeindrucken konnten und hielt sich auch weiterhin speech-mäßig zurück.
Erst als in der zweiten Runde Turbulence sein „Notorious“ und Burro Banton sein „Money Friend“ auf den Münchener Sound anstimmten, konnte der Großteil des Publikums wieder an ihren Sieg glauben.
Rainbow Warrior die in ihrer ersten Dubplate-Runde die Tanzwütigen vor allem mit zwei Elephant Man Specials, eines davon auf das Instrumental des „Lambada“ begeistern konnten, hatten sich jedoch nicht lumpen lassen und brachten prompt eine Counteraction, die sich hören lassen konnte. Turbulence gab selbst eine Antwort auf sein eben gespieltes Dubplate und bestätigte „Nicetime you’re dead ‚cause you’re sound is not notorious“. Nach Bounty Killers Aufforderung „Kill dem, kill dem“ („Wave dem, wave dem“) und weiteren guten Dubs u.a. von Buju Banton, Sizzla , Ward 21 oder Snow auf das Instrumental des Hip Hop-Klassikers „Jump“ kam dann der endgültige Todesstoß.
Nicht Baby Cham erzählte der Massive die Ghetto Story, sondern Roots Rocker Uwekaa sang auf den 85 Riddim die „München Story, eine echte München Story“, erinnerte sich noch an die 90er Jahre in der Dancehall-History der bayerischen Hauptstadt, an 45-Clashs in der Muffathalle und zauberte damit nicht nur ein Schmunzeln auf die Gesichter der anwesenden Münchener, sondern auch den Sieg in die Box von Rainbow Warrior.
Beim abschließenden Entscheid durch das Publikum bestätigten Lautstärke und Torches eindeutig den Tod von Nicetime International und Rainbow Warrior als Gewinner. (urm)