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Lange Nacht der Soundsystems

Nachbericht

Beim alljährlichen Klassiker unter Deutschlands großen Reggae-Dances, der „Langen Nacht der Soundsystems“, präsentierten sich 9 Sounds und Acts auf 4 Floors in zwei benachbarten Clubs, namentlich dem Fritz Club und dem Yaam - beide am Ostbahnhof situiert. Der Event stellt die Abschlussveranstaltung des alljährlichen „Karneval der Kulturen“ in Berlin dar. Dominiert wurde der Dance von Berliner Lokalisten. Viele Crews, die schon am Straßenumzug des „Karneval der Kulturen“ teilgenommen hatten, sowie einige ausgewählte Gäste trafen sich zur längsten Nacht der Plattenauflegerei. Auf die Lauscher gab es Reggae und Dancehall vom Feinsten, angereichert mit einer guten Prise Soca und Baile Funk. Ein zusätzlicher Schuss Reggaeton und Latin Reggae sollten dem Ensemble die richtige ausgewogene Würze geben, was man als mehr als gelungen bezeichnen könnte. Namen wie Barney Millah oder die Soca Twins sind hier wohl selbstredend. Polski Ogien / Polish Fire, die Crème de la Crème der polnischen Reggae-Vokalisten sorgten ergänzend für osteuropäisches Flair. Federführend für diesen Act war die uns wohlbekannte Crew von Germaican Records. Zusammenfassend darf man feststellen, dass dieser Event jedem Jünger karibischer Tanzmusik wärmstens ans Herz gelegt werden darf. Das Geheimnis des Events lag vielleicht in folgendem Rezept: Die Plattendreher entdecken immer neue Spielarten, die den traditionellen Jamaika-Sound variieren und aufpeppen. Diesmal kam frischer Wind aus Brasilien - mit dem harten Sound der Großstadtghettos, der sogennanten Favelas. Dieser nennt sich Baile Funk und klingt wie eine Mischung aus Caribbean Sound und HipHop. Aggressive Beats, die von mitreissenden Lyricsalven befeuert wurden - laut, hemmungslos und unerbittlich. Zur "Langen Nacht der Soundsystems" wurde diese Variantion von den Favela Funk MCs auf dem Silbertablett serviert. Zum Nachkochen dringend empfohlen! (mic)