Archiv
Reports
Galerie
Alton Ellis (Nürnberg)

Nachbericht

Zum alljährlichen Sommerfest des Nürnberger Z-Bau hatte sich hoher Reggae-Besuch angekündigt. Mr. Rocksteady himself Alton Ellis. Das Warm-Up besorgten Hurricane Sound aus Bayreuth und die Lokalmatadoren von der Shaolin Soundstation, wobei die ersteren Dank vieler Hitriddims aus den späten 90ern den besseren Eindruck hinterließen.
Um 01.30 Uhr kam dann der Hauptact im gediegenen Anzug auf die Bühne und gleich nach den ersten Songs, zu denen Shaolin das Backing übernahmen, hatte er eine echte Überraschung parat: Seinen Sohn Christopher als Backroundsänger bzw. teilweise sogar Duettpartner. Es folgte ein fast reines Rocksteady-Set, in dem keiner seiner großen Hits fehlte. Vater und Sohn ergänzten sich beim Gesang hervorragend. Der eine verfügt (auch wenn es für die ganz hohen Töne nicht mehr reichte) nach wie vor über eine der schönsten Stimmen im Reggaeuniversum, der andere erinnerte mich stimmlich ein wenig an Bitty McLean. Allerdings hätte Beiden mehr Vorbereitung sehr gut getan. So manche Strophe wollte keinem von beiden mehr einfallen, vieles wirkte sehr improvisiert und bereits nach einer guten halben Stunde mussten die beiden bereits gespielte Tunes wiederholen, was bei einem derartigen Repertoire eigentlich unnötig sein sollte. Kurz darauf war auch schon wieder alles vorbei und hängen blieb ein gemischter Eindruck: Einerseits das Gefühl eine echte Legende erlebt haben zu dürfen, anderseits die Erkenntnis, dass dieser Mann auch heute noch zu wesentlich mehr fähig sein könnte. (jens)