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 | Riddim Clash '06 |
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Nachbericht
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Zum 4. Riddimclash, der erstmalig in Düsseldorf stattfand, wurden nicht nur die Regeln geändert, auch das Booking unterschied sich deutlich von den Vorjahren. 3 statt 4 Sounds, erstmalig kein deutscher Sound, dafür aber 3 aus der Königsklasse. Entsprechend gespannt waren die Erwartungen vor dem Clash, die meisten Umfragen in heimischen Reggaeforen sahen den amtierenden World CLash Champion Bass Odyssey als klaren Favoriten. Die Auslosung ergab die Reihenfolge Bass Odyssey, LP International, David Rodigan. Bass Odyssey eröffneten die ersten Runde sehr gemächlich mit einem sehr unspektakulärem rootslastigen Set, was vom Publikum eher zurückhaltend aufgenommen wurde. Einen einzigen dicken Forward konnten sie für Sizzlas "No apologies" einfahren. LP ließen es auch eher gemütlich angehen und sahen sich einem Publikum gegenüber, dass vor allem dadurch irritiert war, dass vom angeblich zurückgekehrten Stereofish nichts zu sehen war. Lediglich einige gute Buju-Dubs konnten ein wenig Begeisterung wecken. David Rodigan wurde vom Publikum dagegen schon vom ersten Tune an gefeiert, als wäre er Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. Er zeigte sich von Anfang an in glänzender Laune, spielte viel Dancehall, einen neuen Mix seines Ghetto Story Dubs über einen Rocksteadybeat und die allseits bekannten Sleng Teng Dubs von TOK und Bounty, die allesamt beim Publikum bestens ankamen. So verwunderte es wenig, dass er auch die erste Zwischenabstimmung klar gewann. In der 2. Runde legten Bass Odyssey einen guten Zahn zu und bekamen mehr Forwards als im ersten Durchgang, konnten aber immer noch nicht so richtig überzeugen, auch nicht diejenigen, die sie gerne als Siege gesehen hätten. Den dicksten Forward gab es für "Serious Times" von Admiral Tibet. LP begannen ordentlich u.a. mit "One Blood" von Junior Reid und präsentierten plötzlich doch noch Stereofish als MC aus der Bühne. Umso erstaunlicher war, dass er dann zwar anwesend war, das Mikrofon jedoch größtenteils seinem jüngeren Kollegen überlies, was das Publikum so verwirrte, dass die durchaus ordentlichen Foundationdubs von LP völlig wirkungslos blieben. David Rodigan reagierte darauf, in dem er LP erst Respekt für ihre großen Leistungen in der Vergangenheit zollte, um dann kurz und bündig zu erklären, dass er sich den Foundationteil für später aufheben werde. Folgerichtig spielte er ein weiteres überzeugendes Dancehallset mit Junior Gong+Bounty, viel TOK und der alten "wie ich 1992 zum ersten Mal Gentleman gehört habe" - Anekdote. Fast unverändert das Bild bei der Zwischenabstimmung. Bass Odyssey verschärften in der 3. Runde das Tempo, konnte dem Publikum auch einige Forwards entlocken, so ganz wollte der Funke dennoch nicht überspringen. Überraschend viel Beifall gab es für ein Superior-Dub von Gentleman. (Überraschend nicht wegen der Qualität des Dubs, sondern wegen der Tatsache, dass anderen jamaikanischen Sounds von deutschem Publikum sowas auch schon als billige Anbiederung ausgelegt wurde. LP ließen danach zum ersten Mal durchblicken, auf was ihr Ruhm begründet. Ihre Runde war gespickt mit Tunes von Dennis Brown, Cornell Campbell und einer ganz großen Papa San/Lt. Stitchie - Combination. Stereofish legte sich mit einer längeren DJ-Einlage mächtig ins Zeug, all das wurde jedoch zunichte gemacht dadurch, dass die beiden MCs weiterhin mehr als konfus agierten. Nun sah auch Rodigan seine Zeit gekommen, die Foundationwundertüte aufzumachen und das tat er dann auch ausgiebig mit Alton Ellis, Supercat, Eek-a-mouse, Shabba und einigen mehr. Bis zum Schluss war er dabei bester Laune, urplötzlich jedoch war es damit vorbei, als er wutentbrannt verkündete, dass irgendjemand hinter der Bühne behauptet hätte, sein Supercatdub sei eine reguläre 45 und er würde es deshalb noch mal spielen, damit es auch jeder ganz genau hören könne. Was auch immer genau passiert war änderte jedoch nichts daran, dass Rodigan weiter vorne lag und LP trotz guter Dubs mit dem letzten Platz für ihre mehr als lausige Performance abgestraft wurden. In Runde 4 begann Bass Odyssey überraschend mit Cultures "See dem a come" und legten mit Max Romeo und King Kong gleich foundationmäßig nach, um dann wieder ins gewohnte aktuelle Dancehallfahrwasser zurückzukehren. LP wirkten noch unkoordinierter als in Runde 3, was ihnen die ersten deutlichen Buhrufe des Abends einbrachte. Der mittlerweile wieder beruhigte David Rodigan brauchte danach nur noch da anzuknüpfen, wo er in Runde 3 musikalisch aufgehört hatte, um auch diese Runde sicher einzufahren Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, dass das Dub fi Dub am Sieg Rodigans wohl nichts mehr ändern werden würde, trotzdem legten sich alle 3 Sounds noch mal mächtig ins Zeug und es begann der wohl kurzweiligste Teil des Abends. Sah es zu Beginn plötzlich noch mal so aus, als könnten LP Rodigan unter Druck setzen, („Rivers of Babylon“ von den Melodians, „54-46“ von den Maytals und Horace Andys „Skylarking“ kamen beim Publikum allesamt gut an und Rodigan bekam plötzlich nur noch minimal mehr Applaus), schossen Sie sich bei Tune 4 mit dem verbalen Eigentor des Abends zielsicher endgültig aus dem Rennen. Einer der beiden MCs fragte Rodigan (man möge dem Autor nachsehen, dass ihm in der Hektik des Dub fi Dub entgangen ist welcher), warum er zwar groß erzähle, dass er in Hannover geboren sei, „but you never big up Germany“. Der so Provozierte konterte sofort, er müsse ja glücklicherweise keinem der Anwesenden erklären, was er von Deutschland reggaemäßig denn halte. Anschließend machte der Gentleman Rudeboy den Sack mit Dawn Penn (?), Delroy Wilson, Prince Buster und Supercat zu, bevor Bass Odyssey kurz vor Schluss mit „Mafia“ von Lloyd Parks noch einen „Ehrentreffer“ landen konnten. Host Spider verzichtete danach kurzerhand auf eine Schlussabstimmung sondern überreichte dem Gewinner Rodigan kurzerhand den Pokal. Ohne Frage ein völlig verdienter Sieg, bedauerlich nur, dass durch die Leistungen der anderen beiden Sounds der Clash nur sehr selten wirklich spannend war. (jens)
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