 |
 |
 |
 |
 | Reissue-Labels Pt.3 |
|
|
Report
|
Gerade mal 3 Jahre alt ist das Label Auralux Recordings aus London. Gegründet wurde es von David Hill, Marcus Weedon und David Katz. Letzterer dürfte vielen als Journalist und Autor von Büchern wie „Solid Foundation“ und „People Funny Boy: The Genius of Lee Scratch Perry“ bekannt sein. Der Katalog von Auralux ist bisher relativ klein, braucht sich aber vor den etablierten Konkurrenten überhaupt nicht zu verstecken. Die Idee des Labels beschreibt David Hill gegenüber Reggae-Bash.de so: „The Object is to release great rare, or unreleased Jamaican Roots and Dub, mainly from the 70s and early 80s.” Und damit bringt er es ziemlich genau auf den Punkt. Rar ist fast alles, was die die drei Herren aus London in die Läden stellen. Dabei entdeckt Auralux zwischen den großen Hits der Konkurrenz vor allem die eher unscheinbaren aber nicht weniger schönen Raritäten. Die erste Veröffentlichung „Whip dem King Tubby!“ ist so eine. Sie enthält 9 Songs + Dubs die Linval Thompson am Beginn seiner Karriere als Produzent zusammen mit Horace Andy, Jacob Miller, Johnny Clarke und sich selbst als Sänger aufnahm und danach, wie bei Bunny Lee gelernt, vom King persönlich abmischen lies. Nicht weniger grandios ist die jüngst veröffentlichte „Barrington Levy in Dub“, auf der ein junger Henry Lawes als Produzent die Dienste von Tubbys Studio in Anspruch nimmt. Dazwischen finden sich Perlen wie die Zusammenstellung „King Jammy in Roots“ oder Dubs des legendären Radio-DJs Mikey Dread. Auralux steckt nach eigenen Angaben viel Aufwand in die Restaurierung der Originale, wobei allerdings nicht immer auf ein Master zurückgegriffen werden kann. Muss von Vinyloriginalen kopiert werden, haben sich die Macher von Auralux für ein Verfahren entschieden, dass bewusst auf eine Eliminierung von Vinylgeräuschen verzichtet, da dies wohl automatisch zu Beeinträchtigungen des Klangs führen würde. Das Ergebnis ist oft eine Mischung aus fantastischer Klangfülle und dezentem Knistern. Neben dem Ohr des Hörers denkt das Label auch sehr stark ans Auge. Die CDs sind sehr hochwertig gestaltet und wenn an dieser Stelle kürzlich Pressure Sounds für ihre Liner Notes gelobt wurden, so muss ich heute feststellen, dass der oben genannte David Katz selbst die in den Schatten stellt. Für die Zukunft plant Auralux nach eigenen Angaben weitere 8 Alben pro Jahr zu veröffentlichen, meinen Segen bekommen sie dafür auf jeden Fall. Auralux verzichtet bedauerlicherweise bisher auf eine eigene Internetseite, eine Discografie findet sich hier: Auralux_Recordings. Ein Großteil der Veröffentlichungen ist sowohl auf CD als auch auf Vinyl erschienen. (jens)
|
|
|
|
 |