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 | General Volker |
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Interview
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Reggae-Bash.de: Wie kommt man in Heilbronn auf die Idee, Socapartys zu veranstalten? Volker: Oh, das gibt was Längeres. Da muss ich so ausholen, dass ich 2000 mit Reggae/Dancehall angefangen habe, damals noch mit Majestic Sound. Irgendwann bin ich dann, weil es die Platten dann mal zu kaufen gab, auf Soca gestoßen. Ich habe das anfangs noch nicht so beachtet, dass ist einfach so nebenher gelaufen und dann gab es halt gewisse Schlüsselmomente mit Schlüsseltunes. Und dann BBC Radio, über das Internet kann man das hören. Da gibt es auch eine Socasendung. Als ich gemerkt habe, dass es eine sehr große Bandbreite gibt, habe ich mich dann immer mehr mit der Musik anfreunden können. Gerade die Midtempo Sachen gefallen mir persönlich am besten, da gibt es einige Ohrwürmer. Das Auflegen ist auch ein emotionales Ding bei mir, sprich ich muss da auch wirklich dahinter stehen und mich mit dem Vibe identifizieren können. RB: Du hast gerade gesagt, Schlüsseltunes, fallen Dir da noch welche ein? Volker: Es sind so viele. Es war auch eher das Gesamte was da alles so geht. Was mich am meisten fasziniert ist, dass Soca im Gegensatz zu Dancehall und Reggae mehr auf gute Stimmung und Party ausgelegt ist, sprich ohne einen belehren zu wollen oder das Badmangehabe. Also einfach nur Party und gute Stimmung. Ein ganz essentieller Artist für mich ist Rupee, der hat halt schon krasse Stücke. … Ja und Soca in Heilbronn: Es gab halt keinen, der das in Heilbronn bisher gemacht hat und ich wollte einfach mal die Musik in Clublautstärke hören. Für mich selber sozusagen. Wenn es anderen auch gefällt, umso besser. Es war am Anfang ein Experiment und läuft immer besser. Es dauert halt bis die Leute kapieren, um was es da geht, was Soca eigentlich ist. Es ist halt auch eine noch kleinere Nische als Dancehall, dementsprechend ist es auch schwerer, es an die Leute zu bringen, aber die Resonanz war bisher nur positiv und das bestärkt mich dann. RB: Das nimmt eine Frage schon vorweg: Wie hat das Publikum darauf reagiert, als Du die Party zum ersten Mal gemacht hast. Volker: Na ja, dass erste mal war ja von der Zuschauerzahl – Du warst ja dabei – nicht so berauschend, wo ich dann schon ein bisschen enttäuscht war, weil ich riesig Werbung gemacht hatte in meiner Euphorie. Beim zweiten Mal war es schon wieder komplett anders und es waren mehr Leute da, als ich eigentlich gedacht hatte. Aber selbst beim ersten Mal war nur positive Resonanz. Denen die da waren hat es gefallen. RB: Das zweite Mal habe ich ja nicht mitbekommen, da waren mehr Leute da? Volker: Ja es waren auf jeden Fall mehr da und zu meiner Verwunderung auch, was ja auch schön ist, immer mehr Mädels, die am Tanzen waren und die dann auch gute Stimmung gemacht haben. RB: Hast Du ne Idee, wie groß da der Einzugsbereich ist, gab es mal eine Rückmeldung, wie weit sie dafür fahren. Volker: Nein. Also Rückmeldungstechnisch ist das immer sehr dürftig. Aber, wie gesagt, viele kennen es auch gar nicht und können mit dem Begriff Soca nicht wirklich was anfangen. So wie es früher mit Dancehall war, als alle gedacht haben Sean Paul macht Hip Hop, bis den Leuten klar war, dass das eine eigene Musikrichtung ist. Es wäre schön, wenn man das ähnlich etablieren könnte und wenn dann die Leute von außerhalb kommen umso besser. Aber wie gesagt, dass ist ja auch erst am wachsen. Natürlich verspreche ich mir auch durch die WM nochmal einen kleinen Bekanntheitsschub für die Musik. RB: Wo beziehst Du Dein Material her, Soca ist ja nicht einfach im Laden zu kaufen: Volker: Ja, (lacht) was soll ich sagen, gewisse Connections eben. RB: Ich weiß, jetzt ohne ins Detail zu gehen, Du hast mir schon mal erzählt, dass Du einen großen Teil aus dem Internet holst. Volker: Ja, weil einfach die Vertriebswege sehr schlecht sind. Ich lass mich natürlich auch gerne eines besseren belehren. Aber ein Großteil beziehe ich über diverse Händleradressen im Internet. Barney Millah hat mir, als ich in Berlin war ein paar gute Quellen empfohlen. RB: Was hast Du für Pläne für die Zukunft, was Soca betrifft? Volker: Ja, (lacht) Mehr mehr mehr. Mehr auflegen, wenn es nach mir geht. In Heilbronn ist es jetzt langsam bekannt und läuft gut. Ich bin auch gerne bereit, wo anders aufzulegen, wenn mich jemand buchen möchte, gerne! Ich sehe dass aber auch nicht so verbissen, ich möchte einfach Party machen, gute Laune verbreiten und Spaß haben. RB: Sind Dubplates und Soundclashs ein Thema für Dich? Volker: Ich habe mir gedacht, dass die Frage früher oder später kommt. Ich weiß gar nicht, ob es Soca-Soundclashs gibt. Ich bin irgendwann zu dem Schluss gekommen - wobei jeder sein Ding machen darf und ausleben wie er will - dass Clashen für mich überhaupt nichts ist, weil es in eine ganz andere Richtung geht als das was ich mit der Musik präsentieren möchte. Wer jemals auf einem Clash war weiß, die ganze Stimmung ist komplett anders als bei einem klassischer Partydance, bei dem es nur um Tanzen und Spaß haben geht. Beim Clashen geht es halt einfach darum: wer hat die dicksten Dinger in Form von Dubs. Und das ist wie gesagt nicht mein Ding. Da habe ich irgendwann einfach keinen Spaß mehr daran gehabt. Durch den ganzen Dancehallhype ist das auch noch extremer geworden als früher, wo es einfach nur schön war ein Dubplate zu hören. Aber das ist jetzt, sagen wir mal, auch ein bisschen übersättigt. Wobei ich nix gegen ein schönes Dubplate habe, auch im Soca gibt es da wunderschöne: Soca Twins aus Berlin z.B. haben die krassesten Dinger die ich jemals gehört hab. Da hört man auch noch den Spaß raus, den die Artists hatten. Ein komplett anderes Ding als bei Dancehall. Für mich selber ist aber die Musik wichtiger und der Vibe der rüberkommt um die Leute zum tanzen zu bringen und da ist es halt unrelevant, ob jemand ein Dubplate spielt oder nicht. Das ist ein Sahnehäubchen, aber mehr nicht. RB: Hast Du von den Leuten, die Du auflegst, mal jemand persönlich getroffen? Volker: Nein, aber ich muss dazu sagen, dass ich ja Soca richtig erst seit eineinhalb Jahren höre und deshalb hatte ich bisher noch nicht die Chance gehabt. Rupee würde ich gerne mal treffen. [Anmerkung der Redakteurs: Nach dem Interview hat Volker erst erfahren, dass Rupee am 16.06. in Frankfurt auftritt. Danach wollte er nicht mehr ausschließen, dass er möglicherweise bald doch ein Dubplate spielt] RB: Irgendwelche Trinidadreisen geplant? Volker: In ferner Zukunft vielleicht. RB: Was machst Du im bürgerlichen Leben? Volker: Ich fange im September an Landschaftsarchitektur zu studieren. Da werde ich dann mein "Aktionsradius" in eine andere Stadt verlagern, wobei ich dazu noch nichts sagen kann. Ich werde natürlich weiterhin für die Socaparties nach Heilbronn kommen. RB: Hättest Du für die Leser noch einen Tipp, was man sich als Einsteiger problemlos zulegen kann? Volker: Ja auf jeden Fall die Rupee-Alben und an Sachen von Maximus Dan müsste man auch leicht rankommen. Und wenn nicht, dann kann man sich auf jeden Fall die Mixtapes von den Soca Twins aus Berlin über ihre Homepage besorgen. MixCDs sind generell eine gute Sache. Von mir ist auch eine geplant, aber wann die kommt ist noch unklar. RB: Vielen Dank für das Interview. Volker: Ich muss mich bedanken, gern geschehen.
Die dritte Heilbronner Socaparty findet am 10.06.2006 im Mobilat Club Heilbronn statt. Am 09.09.2006 gibt es ebenfalls im Mobilat eine Dancehall + Socaparty mit Barney Millah (Berlin) ls. Yardstyle.
Links: www.yardstylesound.de (weitere Termine) www.majesticsound.de (45minütiger Socamix von General Volker zum Download) www.faluma.com (Socamailorder aus Deutschland)
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